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Lerngemeinschaft 2

Lerngemeinschaft einfach erklärt

Eine Lerngemeinschaft ist wie ein Orchester, in dem jeder Musiker sein einzigartiges Talent einbringt, um eine harmonische Symphonie zu erschaffen. In diesem Sinne ist eine Lerngemeinschaft eine Gruppe von Menschen, die zusammenkommen, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an realen Problemen zu arbeiten. Es geht nicht nur um individuelles Wissen, sondern um die kollektive Weisheit und Kreativität, die entsteht, wenn jeder seine Perspektive und Fähigkeiten einbringt.

Hintergrundinformationen

Ursprung und Entwicklung

Die Konzeption der Lerngemeinschaften entstand in den 1980er-Jahren in den USA als Antwort auf die Beschränkungen der kognitiven Lerntheorie. Diese Theorie konzentrierte sich auf das individuelle Lernen, während Lerngemeinschaften die Bedeutung des sozialen Kontextes und der Interaktion betonen. Das Evergreen State College in Olympia, Washington, war ein Vorreiter in der Etablierung von Lerngemeinschaften, die sich von der traditionellen Unterrichtsmethode abheben.

Theoretische Grundlagen

Die soziologische Systemtheorie und der (Sozial-)Konstruktivismus bilden das theoretische Fundament der Lerngemeinschaften. Diese Ansätze erkennen an, dass Wissen durch Interaktionen zwischen Personen und Situationen entsteht und dass es kein objektives Wissen gibt. Lerngemeinschaften nutzen diese Prinzipien, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Wissen aktiv konstruiert und erweitert wird.

Methodik und Praxis

In Lerngemeinschaften steht die aktive Beteiligung der Lernenden im Vordergrund. Es geht darum, gemeinsam an realen Problemen zu arbeiten und Lösungen zu entwickeln. Digitale Medien und kognitive Werkzeuge unterstützen diesen Prozess, indem sie den Austausch und die Zusammenarbeit fördern. Die Lehrperson nimmt dabei eher die Rolle eines Moderators ein.

Vergleich von Lerngemeinschaften und traditionellem Unterricht

Lerngemeinschaften unterscheiden sich deutlich vom traditionellen Unterricht. Während der traditionelle Unterricht oft lehrerzentriert ist und auf individuelles Lernen abzielt, fördern Lerngemeinschaften die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Lernenden. Diese Methode ermöglicht es den Teilnehmern, von den unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen innerhalb der Gruppe zu profitieren, was zu einem tieferen und umfassenderen Verständnis des Lernstoffs führt.

Zukunftsperspektiven und Trends in Lerngemeinschaften

Die Zukunft der Lerngemeinschaften wird stark von Entwicklungen im Bereich E-Learning und Blended Learning geprägt. Die Integration digitaler Technologien ermöglicht es, Lerngemeinschaften über geografische Grenzen hinweg zu bilden und fördert eine globale Zusammenarbeit. Zudem passen sich Lerngemeinschaften kontinuierlich an technologische und gesellschaftliche Veränderungen an, was sie zu einem dynamischen und zukunftsorientierten Bildungsansatz macht.

Weitere Informationen und Links