Interview mit Michael Raible, Senior Expert und Programm-Manager bei Teach First Deutschland zur Einführung von LMS365 Cloud als Online Plattform.

 

Teach First LogoDie Teach First Deutschland gGmbH ist eine gemeinnützige Bildungsinitiative mit dem Ziel, die Chancengerechtigkeit im Bildungswesen zu verbessern. Dafür arbeiten Hochschulabsolventinnen und ‑absolventen verschiedener Studienrichtungen als Fellows bundesweit an Brennpunktschulen.

Teach First hat sich für LMS365 als Lernmanagementsystem entschieden. Mit der Einführung des Systems als Online-Plattform für die Verwaltung von Trainings und die Wissensüberprüfung sollte die intensive Begleitung der Fellows intuitiver, effizienter und strukturierter gestaltet werden. Ziel war es, administrative Prozesse zu automatisieren und alle Lerninhalte auf einer zentralen Plattform bereitzustellen.

Michael Raible ist Senior Expert und Programm-Manager bei Teach First Deutschland. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören zum einen die digitalen Ausbildungsformate, wie beispielsweise das LMS oder die pädagogisch/didaktische Konzeption technischer Lernräume. Zum anderen zählen die Begleitung und Betreuung von Fellows im Schuleinsatz dazu.

Was sind Ihre Herausforderungen insgesamt bei der Ausbildung Ihrer Fellows?

M.Raible: Bei der Ausbildung unserer Fellows stehen wir in mehreren Spannungsfeldern. Unser Leadership-Programm ist letztlich ein zweijähriges Lernszenario, für das wir eine möglichst flexible und sehr umfangreiche digitale Plattform für mehrere Ebenen benötigen. Der Einsatz gliedert sich zeitlich in drei Abschnitte, die wir auf unterschiedliche Art begleiten. Der Online Campus ist ein E-Learning-Szenario mit Reflexionsanteilen sowie Social Learning, bei dem Fellows digital voneinander lernen. Die Sommerakademie ist in der Regel ein dreiwöchiges Präsenztraining, das wir dank Corona gerade komplett digitalisiert haben – zumindest das was möglich war. Der Schuleinsatz wird danach begleitet mit Fortbildungen in Blockseminaren sowie Hospitationen und weiteren Trainingsangeboten. Diese verschiedenen Settings mit ihren unterschiedlichen Bedarfen gilt es pro Jahr für über 100 Fellows bestmöglich zu gestalten.

Sie haben sich für das LMS365 entschieden. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewogen?

M.Raible: Wir arbeiten seit einiger Zeit mit Office 365. Allein dieser Aspekt hatte großen Einfluss. Es ist sinnvoll mit IT-Systemen zu arbeiten, die gut aufeinanderpassen. LMS365 ermöglicht uns die volle Integration unserer ohnehin vorhandenen SharePoint-Strukturen. Somit konnten wir mit unserem vorhandenen Material direkt loslegen, ohne erst viel Zeit in die Content-Produktion investieren zu müssen. Bezüglich des Funktionsumfangs gefällt uns auch die gute Integrationsmöglichkeit beispielweise von externen (Web)Seiten in den LMS-Player. Die Möglichkeit zur direkten Verlinkung von Dateien in unserer SharePoint-Struktur ist ein weiteres Plus. Somit müssen wir Dateien nur an einem Ort aktualisieren und haben eine automatische Übertragung in das LMS. Daneben bietet es alle ‚normalen‘ Funktionen eines LMS z.B. das Einbinden von Inhaltspaketen mit SCORM sowie gute Funktionen für das Teilnehmer- und Fortschrittstracking. Die Möglichkeit unsere Präsenztrainings dort zu begleiten, war ein weiterer ausschlaggebender Punkt. Somit wird uns eine schnelle Möglichkeit gegeben, Anwesenheitslisten für Teilnehmende zu generieren.

Wie sieht nun der Lernalltag Ihrer Teilnehmer mit LMS365 aus? Welche Funktionen haben hier eine besonders relevante Rolle?

M.Raible: Das Leadership-Programm ist ein zwei Jahre andauerndes Blended-Learning-Szenario und wir stehen gerade am Anfang des ersten Jahrgangs, der mit dem neuen LMS arbeitet. Wir haben uns entschieden das Programm just-in-time mit den Bedarfen des Fellow-Einsatzes zu digitalisieren. Der Alltag sah bisher so aus, dass unsere Fellows mit LMS365 den Online-Campus als E-Learning durchlaufen haben. In den kommenden Monaten wird das LMS immer mehr Begleiter unserer Weiterbildungsformate sowie Ort weiterer E-Learnings. Besonders relevant werden dabei einerseits die Teilnehmererfassung sowie die Möglichkeit, unsere Inhalte innerhalb eines Zertifizierungssystem besser einsetzen zu können.

Wie haben Ihre Mitarbeiter auf das neue Lernmanagementsystem reagiert?

M.Raible: Die Nutzerinnen und Nutzer kommen gut und flüssig voran. Für sie ergibt sich dadurch allerdings keine Änderung, da es für sie schon immer so war. Fellows aus dem Vorjahrgang, die das neue System noch nicht nutzen können, aber bereits im Einsatz sind oder ihn schon hinter sich haben, sind begeistert von der strukturierten Darstellung und dem Ablauf der Inhalte.

Worauf gilt es Ihrer Meinung nach bei der Einführung von LMS365 zu achten? Wie haben Sie es gemacht?

M.Raible: Ich denke, dass sich LMS365 wie oben beschrieben besonders lohnt, wenn man z.B. schon in der SharePoint-Oberfläche oder mit Office 365 arbeitet. Außerdem braucht es verschiedene Stellen und Verantwortlichkeiten, die sich bestenfalls schon etwas in Azure AD (dem Datenbanksystem) und der Rechteverwaltung in SharePoint auskennen und auch fit in der Verwendung von Office 365 generell sind. Der Einstieg gelingt damit schneller und es erleichtert natürlich auch das Aufsetzen sinnvoller Lernszenarien. Hier sind wir als Organisation allerdings auch besonders geprägt. Wir sind viele Lehrer und Pädagogen in unserem Fachbereich und von daher ist uns der Aspekt der guten Verzahnung des Alltags mit der Ausbildungspraxis natürlich besonders wichtig.

Bei Mauth.CC bieten wir einen auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten Implementierungsprozess an. Wie finden Sie diesen Service und waren Sie damit zufrieden?

M.Raible: Dieser [Implementierungsprozess] war für uns sehr hilfreich und hat uns den Start mit dem System erleichtert und ermöglicht. Wir waren sehr zufrieden mit dem Prozess, da er sehr nah an unseren Bedarfen und wirklich exakt auf unser Programm zugeschnitten war. Das hat soweit funktioniert, dass die Mitarbeitenden von Mauth.CC sogar unser Programm und unsere Terminologie durchstiegen haben – was von außen wahrlich nicht einfach ist. Dieser Service war rückblickend wichtiger, als wir ihn zuvor eingeschätzt hatten. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal.